Freitag, 22. Dezember 2017

Gut in Ushuaia angekommen...

Gestern um 21 Uhr sind wir alle heil in Ushuaia angekommen. Die Überfahrt dauerte 5 Tage und 10 Stunden und war geprägt von beeindruckend schnell wechselndem Wind (und Wetter) und hohen Wellen. Während den 2-stündigen Wachen wurden wir regelmässig nass, sei es, weil es regnete, hagelte oder schneite oder weil uns wieder mal eine Welle erwischte.... Nach einer Stunde begannen einige von uns wegen der Nässe jeweils zu frieren - aber wir hielten alle eisern durch.... Entsprechend gross war danach jeweils unser Hunger, fast alle von uns haben in diesen Tagen kräftig gefuttert....

Es gab auch immer wieder sonnige Momente und spektakuläre Wolkenbilder am Himmel.
Durch die wildeste Passage steuerte unsere Crew unglaublich souverän auf den meterhohen Wellen - das war auf Deck ein beeindruckendes Schauspiel, unter Deck gestaltete sich aber der Gang zur Toilette oder in die Küche als beinahe halsbrecherisch. Gläser, Teller, etc. durften keine Sekunde losgelassen werden. Die Sitzecke und das Büchergestell haben Suppe, Risotto, etc. abbekommen...

Und jetzt erwartet uns ein festliches Mahl am Fusse des Glacier Martial - sozusagen ein Abschiedsessen - Abschied von diesem einmaligen Erlebnis und von der fantastischen Crew!

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Rückreise nach Ushuaia

Wir sind immer noch gut unterwegs, bald erreichen wir Kap Horn,
ca. in zwei Tagen legen wir in Ushuaia an ...

Samstag, 16. Dezember 2017

Traumhafte Landschaft und Spaziergänge auf dem Packeis

Das tägliche Erwachen und Hinausspähen aus der Schiffsluke bringt hier in der Antarktis immer wieder Überraschungen.

Die letzten Tage waren besonders geprägt von unerwarteten Ereignissen. So wollten wir doch am Montag in der Früh unsere Biwaktour zum Mount Shackleton starten – doch kurz nach dem Erwachen mussten wir bereits auf Plan C ausweichen. Die Podorange sowie die beiden Anlegeplätze für unsere Biwaktour waren von Packeis umgeben.

Deshalb tuckerten wir zur Anvers Island und bauten unsere Zelte am Fusse des Mount Williams auf. Etwas verspätet aber zufrieden konnten wir unsere Zelte beziehen und die erste Nacht auf dem ewigen Eis geniessen.

Am nächsten Morgen jedoch wieder eine unerwartete Überraschung. Die Zelte umhüllt von Weiss – Schnee und Nebel – die Sicht reichte knapp zum nächsten Zelt und an eine Tour war nicht zu denken.

So verbrachten wir unseren zweiten Biwaktag im Zelt und harrten aus, bis sich das Wetter besserte. Erst am Abend spät, um etwa 22 Uhr, zeigte sich dann die Sonne.

Der Blick aus dem Zelt am dritten Tag war dann wieder erfreulich – Sonne pur. So konnten wir nach dem Frühstück nun doch noch zu einer Skitour starten.

Nach drei Tagen im Biwak freuten wir uns wieder auf die Podorange zurückzukehren und genossen die warme Dusche und das leckere Essen umso mehr, denn der gefriergetrocknete Päcklifood ist nicht wirklich toll.

Seit Donnerstag ankern wir nun in der idyllischen Bucht bei Port Lockroy. Die letzten beiden Tage verbrachten wir hier bei der englischen Station: Pinguine, Robben, Spaziergänge auf dem Packeis, Besuch des Museums und zwei überraschend rassige Skitouren sorgten für ein sehr abwechslungsreiches Programm.

Jetzt sitzen wir gemütlich am noch ruhigen Tisch und geniessen das vorläufig letzte gemeinsame Frühstück.

Die Crew bereitet sich langsam auf die Rückreise vor: Gepäckstücke und Material sicher
verstauen, „Übelkeitseimer“ neben der Koje bereitstellen und Wetter studieren.

Im Verlauf des Tages startet die Podorange die Reise zurück nach Ushuaia. Wir sind wehmütig diese traumhafte Landschaft zu verlassen und gleichzeitig auch nervös – schon bald sind wir wieder mitten auf der Drakepassage.

Brice studierte die Wetterdaten aber sehr genau und wird bestimmt das ideale Fenster heraussuchen, um uns die Rückfahrt so angenehm wie möglich zu gestalten.

In diesem Sinne...bis bald...wir melden uns, sobald wir wieder festen Boden unter den Füssen haben und wieder feste Nahrung zu uns nehmen können.

Montag, 11. Dezember 2017

Biwaktour auf der Insel ANVERS

Jetzt legen wir auf der Insel ANVERS an, von wo wir zu einer 3-tägigen Biwaktour starten.
Wir freuen uns auf die unendliche Stille, die Nächte im Zelt und mässig auf den Expeditionsfood.

Sonntag, 10. Dezember 2017

Millimetergenau um Eisschollen herum

Eintrag vom 9. Dezember 2017

Heute Morgen war es richtig winterlich, es schneite und die Wolken hingen tief. Daher entschied sich die Crew für die weitere Reise südwärts. 
 
Nach gemütlichen Morgenstunden im Boot rief uns Corinne an Deck: Orcas! So stürmten alle, bepackt mit ihren Kameras an Deck... doch leider waren die Orcas schneller. Die Kameras konnten wir aber kurze Zeit später trotzdem fleissig einsetzen.

Wir tuckerten nämlich auf den berühmten Lemaire Channel zu, denn schliesslich durften wir diese „Postkarten-Landschaft“ nicht verpassen. Der Lemaire Channel war voller Packeis – die Podorange Crew wurde also richtig gefordert. Corinne kletterte auf den Mast und dirigierte Brice gekonnt durch das Eismeer, welcher unser Schiff millimetergenau um die Eisschollen herum manövrierte.

Nun ankern wir in einer idyllischen Bucht bei der Booth Island. Neben uns lebt und nistet eine Kolonie Pinguine und um uns herum wimmelt es von eindrücklichen Eisbergen.
 
Den morgigen Tag nutzen wir, um die Pinguine zu besuchen und unser Material für die Biwaktour zu packen. Ab Montag erwarten wir nämlich ein Schönwetterfenster, welches wir nutzen möchten. Ziel ist der Wiggins Glacier, wo wir unsere Zelte aufbauen und die nächsten drei Tage von unserem „Basislager“ für die Skitouren starten werden.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Pinguine, Robben und Vögel in allen Varianten

Eintrag vom 5. Dezember 2017
 
Wieder mal ein Lebenszeichen von der Podorange... uns allen geht es wunderbar, wir sind wohlauf und werden von Tag zu Tag (noch) mehr Antarktis-Fans!
 
Kulinarisch werden wir verwöhnt, von Lammragout über Fischsuppe bis zu herrlichen Spaghetti Bolognese. Nicht zu vergessen die Blutwürste: zwar vorgängige Skepsis und Nasenrümpfen, was sich als absolut unberechtigt erwies. Müssten es inzwischen eigentlich besser wissen mit der Cuisine de la Podorange!
 
Die Sprache(n) auf der Podorange hingegen führen des öftern mal zu witzigen Stilblüten und allgemeiner Erheiterung. Falls Lachen wirklich sooo gesund ist, gehören wir aktuell zu den
„Übergesunden“!
 
Musikalisch sind wir auch verwöhnt, sei es „Konserve“ (sogar das Deck kann beschallt werden!) oder wie gestern Abend sogar live: Crewmitglied Thomas gab seine top Handharmonikakünste zum Besten:
so schwungvoll erledigt sich der Abwasch sonst nie!
 
„Tierisch“ geht es auch oft zu und her: zwar sahen wir bis anhin nur vereinzelte (Gentoo-) Pinguine, die sind zwar flapsig an Land, aber umso elegant-gewandter im Wasser. Robben sahen wir diverse,
teils nur wenige Meter entfernt (PS: man riecht sie eher als man sie sieht...). Vögel in allen Varianten sind zu beobachten und zu hören.
 
Vorgestern klappte die Anlandung fürs Skitouren gehen nicht (Steilküste, hoher Wellenschlag und starke Vereisung, die evtl. ein Abholen nach der Tour verunmöglicht hätte), um enttäuscht zu sein
fehlte uns aber die Zeit, denn nur Minuten später hörte man die Atemgeräusche von Walen, die deren Standort verraten. 
Der Blick hin zeigt im Sonnenlicht gleissende dunkle Körper (mit Rückenflosse) riesigen Ausmasses, dann das Abtauchen mit der Sicht auf die imposante Schwanzflosse. 
Das Ganze auch noch synchron: eine Buckelwalmutter mit ihrem Jungen an der Seite bietet ein eindrückliches Schauspiel. Kein Wunder surren sie.